Wassermangel

2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Wasser.

Täglich sterben ca. 9.300 Menschen, davon 1.000 Kinder,

3,4 Millionen Menschen jedes Jahr.

Bis 2050 wird sich der Wert verdreifachen (UN).

Wir können bis heute weniger als 30 % der Süßwasservorkommen nutzen,

weil 70 % des Trinkwassers in Eis gebunden sind.

Wasserverfügbarkeit

Trinkwasser. Kein uns bekannter Planet hat so viel davon wie die Erde. Wie es jedoch vor 4 Milliarden Jahren entstand, ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Eines dagegen schon: Es ist die Grundlage unseres Lebens.

 

Seit über 200.000 Jahren leben wir Menschen auf diesem Planeten. In den letzten Jahrzehnten haben wir jedoch unsere Lebensgrundlage empfindlich gestört.

 

Viele Wasserquellen sind erschöpft und die noch vorhandenen Ressourcen derartig verschmutzt, dass ohne Einsatz von Technologien und Energie an vielen Orten kein Wasser mehr vorhanden wäre. Trotz aller Bemühungen haben bereits 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Eine Bilanz, die Fragen aufwirft.

 

Wie konnte es so weit kommen? Wir haben doch genügend Wasser.

 

Mit einer Gesamtwassermenge von ca. 1.386 Millionen Kubikkilometern ist eigentlich genügend Trinkwasser auf unserer Erde vorhanden. Nutzbar ist davon jedoch nur ein kleiner Teil.

Nur 2,5 % sind Süßwasservorkommen, 97,5 % sind Salzwasser in unseren Ozeanen und Nebenmeeren. Die 2,5 % an Süßwasser reichen zwar theoretisch aus.

 

Nur sind davon ca. 70 % unzugänglich im ewigen Eis gebunden. Für uns nutzbar bleibt also ein schwindend geringer Teil, den wir uns alle teilen – Tierwelt, Pflanzenwelt und wir Menschen.

 

 

  • Gesamtwassermenge

    1.386 Millionen km3

  • Verteilung

    97,5% sind Salzwasser der Ozeane und Nebenmeere
    2,5% sind Süßwasser

  • Nicht nutzbar

    70% des Süßwassers ist gebunden in Gletschern und Schnee

  • Nutzbar

    30% des Süßwassers ist der verfügbare Anteil (z.B. Grundwasser)

  • Leicht zugänglich

    0,3% des verfübaren Anteils an Süßwasser ist in Seen und Flüssen

Wasserverbrauch

Seit den letzten 100 Jahren hat sich der weltweite Wasserverbrauch nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als verzehnfacht.

 

Gleichzeitig vervielfachte sich die Bevölkerungszahl. In der Folge steigt der Wasserverbrauch schneller als die Anzahl der Verbraucher. Auch wenn die generelle Menge an Süßwasser immer gleich bleibt, ist sie geographisch ungleich verteilt.

 

Zudem hat die Verschmutzung von Wasser einen signifikant negativen Einfluss auf den nutzbaren Teil an Trinkwasser. Protektionierung von Trinkwasserquellen ist nur ein weiteres Beispiel, das zur Verknappung in verschiedenen Regionen der Welt beiträgt.

 

In die Zukunft gerichtet wird die Weltbevölkerung laut UN bis Mitte unseres Jahrhunderts um 2 bis 3 Milliarden Menschen wachsen. Damit steigt auch der Wasserbedarf überproportional. Die Vereinten Nationen erwarten einen Anstieg der benötigten Wassermengen um ca. 20–30 %.

 

(UN-World Water Development Report 2019; SDG6 Progress Report, 2021)

Verteilung der Wasserverbraucher

72 % Wasserverbrauch der bewässerten Landwirtschaft

 

16% Wasserverbrauch der Haushalte

 

12% Wasserverbrauch der Industrie

Beispielverbrauch in der Produktion

1.000 Liter für eine Avocado

 

1.600 Liter für 1 kg Brot

 

2.500 Liter für 1 kg Reis

 

8.000 Liter für 1 Jeans

 

Bis zu 15.000 Liter für 1 kg Rindfleisch

Wassermangel und Ursachen

Wassermangel entsteht durch eine Vielzahl von Einflussfaktoren. Einfach gesagt benötigen immer mehr Menschen zukünftig auch direkt mehr Wasser und indirekt durch die steigende Nachfrage an Nahrungsmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs (virtuelles Wasser) – siehe Wasserverbrauch.

 

Die Wasserverfügbarkeit steht schon heute an vielen Orten der Welt nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis zum Verbrauch. Der Mangel an Wasser entsteht zum einen durch eine schlichtweg nicht vorhandene Ressource. In manchen wasserreichen Regionen fehlt es zudem an der erforderlichen Infrastruktur, die eine Nutzung von Quellen erst ermöglicht.

 

Mit Wassermangel wird auch eine Verknappung beschrieben, ausgelöst durch wirtschaftliche Protektionen, die zum Verbot der Nutzung führen. Zum anderen wird Wassermangel auch durch die Verschmutzung von Quellen herbeigeführt.

 

In dem Fall kann das Trinkwasser nicht mehr sicher genutzt werden, obwohl es im Überfluss vorhanden ist. Auch Umweltkatastrophen können in wasserreichen Gegenden zu plötzlichem Wassermangel führen, wenn die Infrastruktur zerstört ist oder empfindlichen Schaden genommen hat und das Trinkwasser kontaminiert wurde.

 

Auswirkungen

Über 2,2 Milliarden Menschen haben heute keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dieser vielzitierte Satz wird zudem von einer dramatischen Realität begleitet:

 

Jährlich sterben heute ca. 3,4 Millionen Menschen an Wassermangel oder an den Folgen von verschmutztem Trinkwasser. Das macht täglich 9.300 Menschen (1.000 davon sind Kinder).

 

Wo das hinführen soll, erklärt uns heute u. a. bereits die UN. Bis 2050 werden ca. 9,3 Milliarden Menschen von akuter Wasserknappheit betroffen sein. Dass sich dies nur auf südliche, trockene Regionen begrenzt, wird eines der nächsten großen Irrtümer sein.

 

Denn schon heute sind viele Regionen, rund um den Globus, von Wassermangel betroffen – aufgrund natürlicher Veränderungen oder durch unser eigenes Handeln.

Sprechen wir von Wassermangel, bezieht es sich oft auf das Wasser, das wir direkt zum Leben benötigen. Es betrifft jedoch auch ebenso sehr unsere Umwelt, die Natur und Tierwelt. Werden sie vom Mangel an Wasser getroffen, wird dies in der Folge auch wiederum unweigerlich Auswirkungen auf unser Leben haben.

 

Laut Schätzungen der UN gehen schon jetzt jährlich 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Lands aufgrund von Desertifikation, Dürren und Abnutzung von Anbauflächen (Degradation) verloren. Etwa 1,5 Milliarden Menschen sind davon betroffen. Einer stetig wachsenden Welt mit zunehmendem Bevölkerungswachstum, steigendem Bedarf an Nahrungsmitteln und Konsumgütern, einer industriellen Entwicklung sowie dem Wunsch nach permanenter materieller Verfügbarkeit steht eine gleichbleibende, nicht wachsende Ressource gegenüber.

 

Insbesondere absoluter Wassermangel beeinträchtigt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Er birgt ein erhebliches Potenzial für Konflikte zwischen einzelnen Menschen oder Gruppen von Nutzern in sich und damit von ganzen Gesellschaften, die das Wasser für den Haushalt, die Landwirtschaft oder die Industrie benötigen.